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Erfahrungen aus einer Kur

Tipps für den Kurgast


Abnehmen ohne Mühe

Willst and're und dich selbst betrügen,
dir in die eig'ne Tasche lügen,
so mach es wie der Herr aus Kelbe.
Zum ersten Wiegen kam derselbe
im Trainingsanzug, prall und rund
von Portemonnaie und Schlüsselbund,
Necessaire und and'ren Dingen,
nur um viel Gewicht zu bringen.
Zur Abschlussuntersuchung dann
kam er in seinem Tanga an.
Und in der Tat, trotz Saufen, Prassen
hat er ein halbes Pfund gelassen!


Fröhlichsein auf Krankenschein

Da gab es diesen Herrn aus Siegen,
der, anstatt im Bett zu liegen,
sich herumtrieb bis um vier
bei Frankenwein und Kellerbier.


Partystimmung - Katerstimmung

Morgens schon um kurz nach neun
geht Herr Müller und kauft ein
in dem Supermarkt der Stadt,
damit am Abend er dann hat
Getränke für sein Einstandsfest,
denn seit dem Kurbeginn schon lässt
täglich er die Sau heraus,
was sich aber schnell im Haus
herumspricht bis zur Direktion.
Ja, was hat er nun davon?
Das ist das Ende seiner Kur.
Und der Herr, wie sagt er's nur
seiner Partnerin zuhaus?
Das Problem, er sitzt es aus,
mietet sich drei Wochen ein
in der Pension "Zum Sonnenschein",
und denkt, er sei besonders schlau
als heim er fährt zu seiner Frau.
Doch diese legt ihm wutentbrannt
ein langes Schreiben in die Hand,
die Rechnung aus der Kuranstalt,
bereits schon fast drei Wochen alt!


Blumen für die Damen

Es ist schon äußerst seltsam, dass
Blumenläden gibt's en masse
direkt vor dem Kurgebäude.
Ob denn wirklich alle Leute
Blumen nehmen mit nach Haus
wenn die Kur ist schließlich aus?
Für die Gattin - keine Spur.
Für seinen Schatten in der Kur!


© Wolfgang Raith